stern.de july 2010http://www.stern.de/fotografie/ausstellung-tomohide-ikeya-morbide-models-tauchen-ab-1594080.html

Ausstellung Tomohide Ikeya Morbide Models tauchen ab


Der japanische Fotograf Tomohide Ikeya hat sich in letzter Zeit einen Namen in der internationalen Fotokunst-Szene gemacht. Nun hat er seine erste Ausstellung in Europa: Die Micheko Galerie in München präsentiert bis Ende September seinen vielfach ausgezeichneten Unterwasserzyklus "Breath". Der Japaner bekam für sein herausragendes Werk unter andeem den "International Photography Award" im Jahr 2009 verliehen

Sehr erfolgreich auch als Mode- und Werbefotograf, liebt es Ikeya, seine Passion für das Meer und den Tauchsport mit seinen persönlichen Foto-Projekten zu verbinden. Die Wasser-Thematik zieht sich wie ein roter Faden durch sein Werk. Seit 2000 arbeitet Ikeya hauptberuflich als Fotograf, davor hat er in einem Restaurant als Küchenchef gearbeitet

Ikeyas Konzept hinter "Breath" beruht auf dem Wasser als das Element, das uns Leben und Kraft spendet. Der Fotokünstler visualisiert diese essenzielle Kraft des Wassers auf seine ganz eigene, herausfordernde Art und Weise. Die Fotografien strahlen eine besondere Intensität aus. Sie haben aber, wie auf diesem Bild, auch etwas Morbides, Beängstigendes an sich



Nirgendwo sonst als im Wasser hänge der Unterschied zwischen Leben und Tod so stark mit Kontrolle und Kontrollverlust zusammen, sagt Ikeya. Die Möglichkeit, den menschlichen Atem durch Luftbläschen sichtbar zu machen, sei ein weiterer Vorteil der Unterwasserfotografie

Dass viele seiner Bilder etwas sehr erotisches haben, ist für Ikeya völlig selbstverständlich: Er wolle

mit seinen Fotos das Leben darstellen, und das sei nun mal mit Sexualität und sexuellem Verlangen verbunden


Solche makellosen Fotos unter Wasser zu schießen, ist eine große Herausforderung. Die Models müssen über eine sehr gute Körperbeherrschung verfügen und vor allem selbstständig posieren, da die Kommunikation mit dem Fotografen nur bedingt möglich ist. Dazu kommt der ständige Auftrieb im Wasser

Die Unterwassershootings dauern bis zu acht Stunden. Ikeya nimmt dafür besonders gerne Butoh-Tänzer. Butoh ist eine spezielle Form des Tanz-Theaters, die in Japan sehr populär ist. Die Models sind daher geübt, Ikeya gibt ihnen dann meist nur das Thema vor und lässt sie frei im Wasser "performen"



Obwohl auch seine früheren Arbeiten "Dark Water" oder "Wave" amoder im Wasser fotografiert wurden, übt das Element weiterhin seine Faszination auf Ikeya aus: "Im Moment sehe ich da keine Grenzen. Es gibt so viele Dinge, die ich noch ausprobieren möchte"

Die Ausstellung "Breath" ist noch bis zum 25. September 2010 in der Micheko Galerie im München zu sehen